28.

Oktober 2018

Brennstoffzelle eine Alternative?

Hyundai Nexo, Mercedes GLC F-CELL oder Toyota Mirai.

Derzeit spricht man überall von der Batterie als die nächste Evolutionsstufe in der Antriebstechnologie, als die Alternative zum Verbrennungsmotor, ob Diesel oder Benziner. Die Batterie macht auch aus meiner Sicht Sinn bei Kleinstwagen oder dem urbanen Verkehr in Teilen. Positive Beispiele wie der Smart oder die neuen Konzepte wie der Uniti One oder Microlino zeigen es auch. Auch Elektroroller sind durchaus sinnvoll. Aber was ist mit Bussen oder den schweren Lkws. Macht es Sinn mehrere Tonnen an Batterien mit sich herum zu fahren, nur um die erforderliche Reichweite zu erhalten? Und was ist mit Lösungen im Pkw-Bereich wie dem NEXO, GLC F-CELL oder den Mirai?

Die Brennstoffzelle als Alternative zur Batterie?

Neben der Batterie wird die Brennstoffzelle schon seit Jahren stetig weiterentwickelt. Bereits in den frühen 90ern dachte man das die Brennstoffzelle bald auf dem Markt ist. Doch bis heute gibt es nur Testfahrzeuge und ein paar kleine Flotten. Dabei ist die Brennstoffzelle gerade gegen¨ber den heutigen Batterien klar im Vorteil.

Die Reichweite.

Heutige Brennstoffzellen-Fahrzeuge wie der neue Hyundai NEXO oder der GLC F-CELL von Mercedes-Benz zeigen, dass sie sich nicht hinter einen Verbrenner verstecken müssen. Mit Reichweiten von bis zu 800km nach NEFZ kommt das schon an heutige Diesel heran. Und die Batterie-Fahrzeuge? Nur Tesla verspricht annähernde Werte. Einen interessanten Test dazu habe ich hier entdeckt.

Und was ist mit Bussen und Lkws? Bei Lkws wird künstlich das EG-Leergewicht hochgesetzt, damit die Akkus noch reinpassen und kompensiert werden. Und dann fährt man damit derzeit nur bis zu 200 Kilometer.

Ganz zu schweigen vom Schienenverkehr! Nur ca. 60, maximal 70% des deutschen Schienennetz ist elektrifiziert. Es gibt bis zu 16.000 Dieselloks in Deutschland. Die müssten durch Konzepte mit Batterie ersetzt werden. Das macht aus meiner Sicht keinen Sinn. Besser sind da bereits Konzepte wie der Coradia iLint von Alstom. Er fährt bis zu 140km/h in der Spitze und hat eine Reichweite von bis zu 1.000km mit einer Ladung Wasserstoff. Und gerade auf der Schiene, der Fortbewegung mit Depot-Charakter wo man am Anfang- und Endpunkt eine Tankstelle aufbauen könnte, bietet sich diese Lösung mit Brennstoffzelle überaus an.
Und mittlerweile ist der iLint kein Konzept mehr. Die Zulassung für den Fahrgasteinsatz im deutschen Schienenverkehrsnetz hat der iLint bereits im Juli erhalten, im November sollen die ersten 14 bestellt werden (hier mehr dazu).

Corodia iLint

Eine bahnbrechende Technologie für den Schienenverkehr der Zukunft

Das Tanken.

Genauso unspetakulär und unproblematisch wie beim Benziner. Nun werden viele Tesla-Anhänger, wie ich sie immer nenne, natürlich sagen warum man noch altmodisch an die Tankstelle fahren muss um zu "laden". Ich sage dann nur das immer mehr Menschen in Städten wohnen und es jeden Abend schon für viele schwierig wird, überhaupt ein Parkplatz zu finden geschweige denn eine Ladesäle. Natürlich könnten an einer Säule mehrere Fahrzeuge laden, aber ehrlich gesagt, wer fährt nachts sein Fahrzeug weg, um anderen das Laden zu ermöglichen?

Das Gewicht.

Ein wichtiger Faktor wie ich finde. Da ich aktiv in die Brennstoffzellentechnik investiere habe ich via verschiedener Foreneinträge was interessantes gefunden. Im Vergleich zum regulären GLC von Mercedes wird ja der neue F-CELL mit Brennstoffzelle angeboten. Der soll ca. 350kg Mehrgewicht haben. Wobei der erst vorgestellte EQC ca. 600kg an Batterie und Technik auf die Waage bringt. D. h. allein bei der verfügbaren Nutzlast von 250kg bei der Brennstoffzelle gegenüber dem EQC kann man hier ein paar Leute und Gepäck mitnehmen. Wenn das vergleichbar auch bei Transportern so ist, wo man jedes Kilogramm Nutzlast braucht, sehe ich langfristig für die Batterie keine Zukunft.

Die Kosten.

Das ist ein gutes Argument für die Batterie. Man vergleicht oft die Bustechnik miteinander. Ein Dieselbus kostet ca. 250.000 Euro, ein Bus mit Batterietechnik 550.000 Euro. Ein vergleichbarer Bus mit Brennstoffzelle für 650.000 Euro ist damit noch teurer. Allerdings wird in den zukünftigen Brennstoffzellen weniger Platin benötigt als bisher und damit die Kosten sinken. Und das ist keine Vision. Bereits in 2019/20 sollen die ersten Busse damit auf den Straßen fahren. Damit fährt man der Batterie aus meiner Sicht davon. 

Und bei den Pkws?

Was ist nun mit dem NEXO, GLC und Co. und meiner anfänglichen Frage? Solange nicht ein flächendeckendes Tankstellennetz vorhanden ist und die Preise der Modelle nicht signifikant gesunken sind, wird sich die Brennstoffzellentechnik nur schwer durchsetzen. Zwar besitzt Deutschland mittlerweile in Europa das dichteste Tankstellennetz, aber die 50 Tankstellen reichen bei weitem noch nicht aus. Aber die H2-Initiative ist dran das Netz zu erweitern. Ich bin gespannt wer das Rennen macht, ob Batterie oder Brennstoffzelle. Aus meiner Sicht wird sich die Geschichte wiederholen und die Batterietechnik in Gänze nicht durchsetzen (siehe Video anbei). Dafür hat sie zuviele Nachteile und die Unternehmen wie Shell oder Exxon als auch die ganzen Zulieferer weltweit werden der Batterie nicht einfach das Feld überlassen.

Die ersten Elektroautos

Von den Anfängen des Elektromobils

Hinweise:
Alle oben genannten Angaben bilden lediglich meine Meinung ab. Nicht zu allen Fakten sind Quellen hinterlegt.
Das obige Bild ist ein Screenshot der Hyundai-Internetseite.